Hamburgische Geschichten

Donnerstag

15

September 2016

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Ein Forum für den Nachwuchs: Das Studierendenpanel „Glaube und Identität“

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An der Universität Hamburg findet vom 20. bis zum 23. September 2016 der 51. Deutsche Historikertag statt – zunächst ohne eine Plattform für den studentischen Nachwuchs. Studierende der Geschichtswissenschaften haben jetzt im Vorfeld des Kongresses ein Panel organisiert. Von Studierenden für Studierende. – Von Merle Strunk


Am 20. September findet an der Universität Hamburg das Studierendenpanel „Glaube und Identität“ statt. Organisiert haben es Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Projektseminars am Arbeitsbereich Public History. Unter ihnen Benjamin Roers, Janis Hermes und Hannah Rentschler. Uns erzählen sie von der Planung der Veranstaltung und warum ein studentisches Panel wichtig ist.

Hamburgische Geschichten: Gemeinsam mit 16 Studierenden habt ihr das Panel „Glaube und Identität“ organisiert. Worum geht es bei dieser Veranstaltung?
Benjamin Roers: Das Studierendenpanel ist eine Veranstaltung im Vorfeld des Historikertages, der in diesem Jahr in Hamburg stattfindet. Der Historikertag gilt als einer der größten geisteswissenschaftlichen Fachkongresse Europas und wird organisiert vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauschen sich hier in thematischen Sektionen aus. Aber nur, wer ein erstes geschichtswissenschaftliches Studium abgeschlossen hat, kann Mitglied im VHD werden und Vorschläge für solche Sektionen einreichen.
Janis Hermes: Das Problem ist also, dass es für Studierende auf dem Historikertag keine Plattform gibt.
Benjamin: Es gibt ein sogenanntes Doktorandenforum. Das ist für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Wir finden aber, dass auch Studierende dazu zählen sollten. Uns geht es darum, das Verständnis von wissenschaftlichem Nachwuchs zu erweitern. In diesem Panel werden also ausschließlich Leute Vorträge halten, die studieren oder bis vor kurzem noch studiert haben.
Janis: Wichtig ist natürlich, dass wir strukturell kein Teil des Historikertags sind, sondern uns nur daran anlehnen.

HG: Ist es, dadurch dass ihr selbst Studierende seid, auch ein persönliches Anliegen geworden, ein Forum für den Nachwuchs zu schaffen?
Hannah Rentschler: Ja, das bietet uns eben die Möglichkeit, beim Historikertag wirklich aktiv teilzunehmen.
Benjamin: Studierende dürfen natürlich als Hörerinnen und Hörer zum Historikertag kommen. Aber jetzt ging es darum, dort auch aktiv zu partizipieren und etwas anzubieten. Wir möchten ein Forum für Studierende zu schaffen, das es vorher nicht gab.

HG: Die Anlehnung an den Historikertag findet vor allem auf der inhaltlichen Ebene statt. Das Leitmotiv des Historikertags lautet „Glaubensfragen“. Bei dem Studierendenpanel wurde es in „Glaube und Identität“ abgewandelt. Wie interpretiert ihr dieses Leitthema?
Benjamin: Wir haben „Glauben“ nicht nur als religiösen Glauben, sondern auch im Sinne von „Überzeugung“ verstanden, was sich dann ja auch Richtung Wissenschaft öffnet. Wer handelt wie, wann, aus welchen Überzeugungen?
Hannah: Und das in Bezug auf individuelle und kollektive Identität, und inwieweit diese von Glauben und Überzeugung geprägt sind. In welchem Wechselverhältnis stehen sie? „Identität“ ist natürlich sehr weit gefasst. Das macht es aber auch interessant, zu beobachten, wie sich dieses Wechselverhältnis in unterschiedlichen thematischen Ebenen und auch zeitlichen Epochen niederschlägt.

HG: Könnt ihr ein Beispiel geben?
Janis: Simon Marwecki beispielsweise wird einen Vortrag über Kirchenlieder aus den Feldgesangsbüchern der Wehrmacht halten, deren ursprüngliche Texte während der NS-Zeit an die „Systemsprache“ angepasst wurden. Er stellt die These auf, dass das wiederholte Singen von Kirchenlieder sozusagen Stück für Stück auf die eigene religiöse Identität abfärbt – und damit in diesem Fall auch die NS-Ideologie.

HG: Die Themen der Vorträge sind sehr unterschiedlich. Reicht das Leitmotiv als inhaltliche Klammer?
Hannah: Wir haben 14 Einreichungen bekommen, die thematisch komplett auseinander gingen. Außerdem haben die Bewerber die Begriffe „Glauben“ und „Identität“ ganz unterschiedlich ausgelegt. Wir mussten uns also fragen: Was wollen wir von unserem Panel? Schließlich haben wir uns darauf verständigt, vier Vorträge auszuwählen, die einen Konflikt zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung thematisieren. Das ist der inhaltliche Rahmen. Das Ziel ist, in dem Podiumsgespräch, das am Ende stattfinden wird, auf einer gemeinsamen Ebene zu diskutieren, wie diese Eigen- und Fremdwahrnehmung Glauben und Identität beeinflussen.

HG: Im Zuge der aktuellen Geschehnisse könnte man fragen, ob die Themenfelder Glaubenskriege und religiös motivierter Terrorismus nicht hätten berücksichtigt werden sollen. Werdet ihr drauf eingehen?
Janis: Thematisch ist das jetzt erst mal nicht drin, da wir im Entstehungsprozess des Panels gar nicht mehr die Chance hatten, auf die aktuellsten Ereignisse einzugehen.
Benjamin: Da wäre mehr rauszuholen gewesen. Ich glaube aber schon, dass wir in der Diskussion Brücken schlagen können. Besonders, wenn es um Fremddarstellungen von bestimmten Gruppen geht. Da kann man aktuelle Bezüge herstellen. Und das werden wir sicherlich auch tun.
Hannah: Die Frage ist auch, wie das Publikum aussehen wird. Und welche Ereignisse in der Septemberwoche ganz aktuell zur Debatte stehen. Ich bin gespannt, wie sich die Diskussion am Ende des Panels entwickeln wird.

HG: Das Panel ist ja auch offen für alle Art von Besuchern und kostenlos?
Janis: Ja, es ist jede und jeder eingeladen zu kommen. Es wird auch einen Live-Stream für alle Leute geben, die es nicht nach Hamburg schaffen.
Benjamin: Und es ist keine Anmeldung zum Historikertag selbst notwendig. Unsere Veranstaltung lehnt sich an diesen an, ist aber autonom.

HG: Lohnt sich ein Besuch auch für jemanden, der nicht Geschichtswissenschaft studiert hat? Immerhin richtet der Bereich Public History die Veranstaltung aus.
Benjamin: Das Panel soll zwar ein Forum für Studierende sein, aber das soll Niemanden davon abhalten, sich die Vorträge anzuhören. Jeder kann die Diskussion bereichern!
Hannah: Ja, es lohnt sich für jeden, der das Thema spannend findet! Auch wenn die meisten Vorträge auf Masterarbeiten in der Geschichtswissenschaft basieren und daher natürlich eine starke Nähe zur Wissenschaft besteht. Die Absicht war wirklich, eine Basis für Studierende auf dem Historikertag zu haben. Ich glaube, der Vermittlungsaspekt zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit ist hier nicht so stark. Zum Zuhören und Mitdiskutieren ist die Veranstaltung aber für jeden offen, der Interesse an den Themen der Vorträge hat. Vielleicht auch besonders für Schülerinnen und Schüler und alle, die sehen möchten, was Studierende überhaupt machen. Auch das wäre ein guter Grund, das Panel zu besuchen.

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Organisatoren und Organisatorinnen des Studierendenpanels, von links oben nach rechts unten: Jesper Gehrt, Janis Hermes, Philipp Kuster, Jens Wilke, Alexander Tyssen, Benjamin Roers, Moritz Kühn, Ann-Kathrin Meinert, Oliver Mohrmann, Jens Freudenberg, Tobias Reusch, Natalie Kauscher, Lia Rogge, Lasse Zeuch, Franziska Zollweg, Hannah Rentschler. Auf dem Foto fehlen: Francesco Bresciani, Nicolas Gerling, Svenja Röhling.
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HG: War es eine bewusste Entscheidung, den Zugang zum Panel so offen zu gestalten? Vielleicht auch als Kritik oder als Abgrenzung zum Historikertag?
Benjamin: Wer zum Historikertag kommen möchte, muss Teilnahmegebühren bezahlen, auch Studierende. Obwohl diese immerhin eine deutliche Ermäßigung bekommen. Wir haben natürlich den Vorteil, dass wir nur ein Panel ausrichten. Außerdem haben wir für die Organisation dieser Veranstaltung Geld eingeworben, somit können wir das quasi kostenlos machen. Ich will über die Finanzen des Historikertages gar nicht mutmaßen. Uns war schon wichtig, dass wir das so niedrigschwellig machen können und alle Leute einladen können, die Interesse daran haben. Das ist ja das einzige, was da sein muss. An finanziellen Grenzen sollte es nicht scheitern. Wir versuchen wirklich, die Veranstaltung so breit wie möglich zugänglich zu machen. Deswegen wird es auch den Live-Stream geben.

HG: Für euch wäre es also eine gelungene Veranstaltung, wenn das Panel nicht nur generell gut besucht wird, sondern vor allem, wenn auch Leute außerhalb der Universität Hamburg Interesse zeigen?
Hannah: Für mich persönlich ist es gelungen, wenn unsere Planung funktioniert. Wenn wir ein paar Zuhörer und Zuhörerinnen haben, die über unseren engen Kreis hinausgehen, würde mich das besonders freuen.
Benjamin: Also ich persönlich wünsche mir auch, dass die Dozierenden, die zum Historikertag kommen, ihre Studierenden informieren, dass es dieses Panel gibt. Das also eine so große Gruppe wie möglich einfach mitzieht und zum Erfolg beiträgt.

HG: Wie sah die Planung des Panels aus, was waren eure ersten Schritte?
Janis: Das Studierendenpanel basiert auf einem Projektseminar, hier an der Universität Hamburg. Das wird seit zwei Semestern von Thorsten Logge angeboten, dem Koordinator des Arbeitsfeldes Public History. Dort wurde uns diese Idee vorgestellt. Mit dem zentralen Problem, dass es für Studierende auf dem Historikertag kein Forum gibt. Und da haben wir gesagt: Ja, das sehen wir ähnlich, wir wollen etwas auf die Beine stellen.
Benjamin: Das Projektseminar war aber zunächst nur ein Angebot, ein Experiment. Wir mussten abwarten, wie sich alles entwickelt. Kriegen wir einen Call for Papers hin, bekommen wir Einreichungen, können wir ein Programm zusammenstellen? Und, haben wir überhaupt zum Schluss noch Lust darauf? Es war wirklich ein Experiment am Anfang.

HG: Wie habt ihr euch untereinander organisiert?
Benjamin: Wir haben uns für die Planung des Panels in vier Teams organisiert. Das wäre zum einen „Team Leitung“, das das Projekt insgesamt im Blick behält, „Team PR und Öffentlichkeitsarbeit“, das für die Pressearbeit und Außendarstellung zuständig ist, dann gibt es „Team Thema“, das die Referierendenbetreuung organisiert, die Vorschläge für das Programm gemacht und die Einreichungen gesichtet hat. Dieses Team wird auch die Moderation machen. Außerdem gibt es noch das „Team Finanzen“, das Gelder eingeworben hat und unser finanzielles Budget verwaltet. Schließlich soll es noch das „Team Technik“ geben.

HG: Gab es Überlegungen, die Veranstaltung enger mit dem Historikertag zu verknüpfen?
Hannah: Die Einreichungsfrist für die offiziellen Beiträge des Historikertags war bereits letztes Jahr im Spätsommer. Unser Projektkurs startete aber erst im Oktober. Als sicher war, dass das Studierendenpanel auch stattfinden wird, war die Planung des Historikertags schon so weit fortgeschritten, dass es gar nicht mehr möglich gewesen wäre, offiziell in das Programm reinzukommen. Für uns war also nur eine Anlehnung daran möglich. Wir haben aber das Angebot bekommen und angenommen, dass das Panel auf der Homepage des Historikertags angekündigt wird.

HG: Wart ihr mit der thematischen Vielfalt zufrieden, die euch bei den Einreichungen erreicht hat? Oder hättet ihr euch da mehr gewünscht?
Janis: Ich war erst mal überrascht, dass so viele Leute etwas eingereicht haben. Das bedeutet schließlich extra Arbeit. Das ist auch ein kleines Lob für unsere Ausschreibung, die dann doch die entsprechende Anzahl Leute erreicht hat. Über das Programm haben wir lange diskutiert. Die Einreichungen waren sehr vielfältig.
Hannah: Zuerst war es auch als internationales Studierendenpanel ausgeschrieben. Und wir haben auch tatsächlich aus Prag, also aus Tschechien, und aus Österreich Einreichungen bekommen. Daher mussten wir uns fragen, ob wir auf jeden Fall internationale Studierende mit drin haben wollen. Aber die thematische Klammer hat den Vorzug erhalten.
Benjamin: Qualitativ waren die meisten Eichungen sehr hochwertig. Einige Leute haben aber auch einfach nur ihr Master-Exposé geschickt.
Janis: Sie sind dann nicht spezifisch auf unseren Call eingegangen. Das war stellenweise ein Problem und auch ein Ausschlusskriterium.

HG: Was sind die größten Herausforderungen, die euch bei der Organisation des Panels begegnen?
Hannah: Es war von Anfang an eine Herausforderung, eine Struktur zu bekommen. Im „Team Leitung“ haben wir uns gefragt, was wir überhaupt machen müssen und wie wir einen zeitlichen Verlauf hinbekommen und Aufgaben klar verteilen. Das ist auf jeden Fall ein schwieriger Punkt. Wir haben mittlerweile eine Software dafür, in der wirklich jede einzelne Aufgabe, und mag sie noch so klein sein, eingetragen ist. Auch Zuständigkeit ist ein ganz wichtiger Punkt. Inzwischen hat sich das mit der Struktur eingespielt. Alle Fäden laufen jetzt parallel.
Benjamin: Gleichzeitig ist es natürlich auch so, dass wir ein Kurs aus Studierenden sind. Und somit auch den Studierendendynamiken ausgeliefert sind. Das heißt, wir haben Leute, die ambitioniert sind auf der einen Seite, dann haben wir auf der anderen Seite Leute, die einfach nur versuchen, ihre Credit Points zu kriegen. Und dann gibt’s ganz viele Leute dazwischen. Gerade auf den Bereich Zuständigkeit und Fristsetzung wirkt sich das aus. Viele Vorgänge sind voneinander abhängig. Ohne Planung funktioniert nichts.

HG: Ihr seid aber guter Dinge, dass bis zum Panel solche Fragen geklärt sind?
Hannah: Ja. Es gibt natürlich immer mal kleinere und größere Probleme. Das ist einfach so. Aber wir haben in jedem Team Leute, die sehr engagiert sind. Das ist schön. Unser Ziel ist es aber auch, diese Arbeitsprozesse zu dokumentieren. Wir haben Gelder dafür bekommen, um eine Publikation über das Panel und die Organisation machen zu können. Damit können wir natürlich erst beginnen, wenn das Panel gelaufen ist.
Benjamin: Was noch eine Schwierigkeit ist: Wir haben mindestens drei Kommunikationsebenen. Innerhalb der Teams, dann unter den verschiedenen Teams, und schließlich nach außen. Und da ist es immer schwierig, alle relevanten Informationen weiterzugeben, also jeden auf dem Laufenden zu halten. Kommunikation ist bei uns immer ein Thema.

HG: Könntet ihr euch vorstellen, anzuregen, dass ein Studierendenpanel beim Historikertag, oder vielleicht auch bei ähnlichen Großveranstaltungen, zur Tradition wird?
Janis: Ja, auf jeden Fall. In die Richtung würde eine Publikation dann ja auch gehen, als eine Art Leitfaden für andere Studierende. Das lässt sich ja auch auf andere Disziplinen ausweiten. Aber mit dem Studierendenpanel beim Historikertag eine Tradition angeregt zu haben, das wäre schon schön.
Benjamin: Das hängt natürlich davon ab, dass dort jeweils Studierende sind, die Lust drauf haben und Strukturen geschaffen werden, dass Studierende so etwas planen können.
Janis: Eigeninitiative braucht man auf jeden Fall.
Benjamin: So ein Studierendenpanel ist an sich eine tolle Möglichkeit, um selber an der historischen Landschaft teilzunehmen. Studentische Perspektiven sind wichtig für die Wissenschaft.
Janis: Man kann den generellen Blick der Öffentlichkeit auf Studierende auch ändern. Das Klischee der „faulen Studierenden“ existiert ja immer noch.
Hannah: Gerade auch in den Geisteswissenschaften.
Janis: Aus eigenem Antrieb etwas zu organisieren, das hat auch Wirkung auf die Außenwahrnehmung. Die können wir drastisch ändern.

HG: Gibt es etwas, das ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?
Hannah: Also auf jeden Fall die Zeitplanung.
Janis: Die haben wir unterschätzt.
Hannah: Besonders beim Call for Papers. Wir haben ihn, glaube ich, das erste Mal rausgeschickt im Februar. Das war während der vorlesungsfreien Zeit. Und da war die Resonanz sehr gering. Dann haben wir ihn zu Beginn des Semesters noch mal über unsere Kanäle verbreitet und viel mehr Einreichungen erhalten. Man muss sich wirklich vorher überlegen, wann man seine Zielgruppe am besten erreicht. Und das ist in Universitätskontexten einfach in der Vorlesungszeit.
Benjamin: Aber sonst würde ich nichts anders machen. Also einige von uns ärgern sich eigentlich regelmäßig über bestimmte Dinge. Aber das gehört dazu. Dadurch, dass es ein Experiment ist, gehört es dazu.
Janis: Es ist eben auch ein Lernprozess.
Benjamin: Ich finde auch Aushandlungsprozesse innerhalb des Seminars total spannend. Auch mit Leuten, die nicht meiner Meinung sind. Das alles auf eine Kette zu kriegen, ist häufig anstrengend. Aber ich wachse daran.
Hannah: Was, glaube ich, ganz wichtig ist, das habe ich jetzt hier gelernt, ist eine klare Ausgabenverteilung zu schaffen und miteinander zu kommunizieren.

HG: Das heißt, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, hilft einem auch im Studium weiter?
Janis: Ja, besonders bei der Selbststrukturierung.
Benjamin: Und beim Zeitmanagement. Gerade auch in Prozessen zu denken. Was muss ich tun, damit ich danach weiter machen kann. Ausgehend von dem Ziel, das ganz am Ende steht und von da aus zurück. Diese Strukturierung hilft, um sich selber Fristen zu setzen. Das ist auch im Studium sicherlich ein Vorteil.
Hannah: Aber auch aus dem universitären Kontext heraus: Im Nebenjob und bei Bewerbungen. Es ist etwas, was man hier auf jeden Fall mitnehmen kann.
Benjamin: Gerade auch in unserem Studiengang. Geschichte ist ja Organisation pur. Hausarbeiten schreiben ist Organisation.

HG: Was nehmt ihr noch mit, aus diesem Projekt?
Hannah: Wir haben an diesem Projekt ein Jahr lang zusammen gearbeitet. Dadurch bekommt das Ganze auch eine menschliche Komponente. Man lernt die Kommilitonen und Kommilitoninnen auch ganz anders kennen, was schön ist.
Benjamin: Der Punkt ist, wir machen hier etwas zusammen. Wenn du im Hauptseminar sitzt, dann gibt’s eine Textgrundlage, du sitzt dort und meldest dich. Hier arbeiten wir miteinander für ein gemeinsames Ziel. Mit Thorsten Logge haben wir zwar einen Betreuer, den wir ansprechen können, wenn wir nicht weiter kommen. Aber sonst arbeiten wir eigenverantwortlich und frei. Wir verabreden uns untereinander, wir planen Dinge und reden miteinander ganz viel. Und das ist im restlichen Studium, zumindest in dieser Intensität, meistens nicht gegeben.

Das Gespräch führte Merle Strunk

 

Das Studierendenpanel findet am 20. September 2016 ab 15:00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Hörsaal K im Hauptgebäude der Universität Hamburg (Edmund-Siemers-Allee 1). Der Eintritt ist kostenlos.

15:00 Uhr
Begrüßung und Einleitung

15:30 Uhr
„Instead of the ghetto coming to Germany, Germany came to the ghetto“ – Kontakte zwischen Ost- und Westjuden im Ersten Weltkrieg Jonas Stier (Universität Hamburg)

16:00 Uhr
Glaube und Nation im hymnologischen Kontext – Identitätsstiftende Aspekte in den Militär- und Feldgesangbüchern der deutschen Soldaten im Nationalsozialismus Simon Marwecki (Humboldt-Universität zu Berlin)

16:45 Uhr
Nichts als Müttersöhnchen? Wissenschaftsgläubigkeit und ihr Einfluss auf Amerikanische Schwule Identitäten vor Stonewall (1955-1965) Merle Ingenfeld (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)

17:15 Uhr
Zwischen Integration und Identitätskonflikten – HausbesetzerInnen aus der Türkei im West-Berlin der frühen 1980er Jahre Stefan Zeppenfeld (Freie Universität Berlin)

Abgeschlossen wird die Veranstaltung durch eine offene Podiumsdiskussion. Das komplette Panel wird im Livestream übertragen. Außerdem wird es möglich sein, sich über Twitter direkt an der Debatte zu beteiligen.

Website der Veranstaltung

Twitter @StudiPanelHH

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